1.000 Stimmen für die Zukunft

 

1.000 Stimmen für die Zukunft

Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - darunter viele Jugendliche und Kinder - waren am 3. Juni bei der Zukunftsdemo in Essen. Diese Demonstration steht traditionell am Anfang der Internationalen Pfingstjugendtreffen, die alle 2 Jahre auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen stattfinden. Sie war geprägt von den zentralen Fragen der Zukunft der Jugend: Frieden, internationale Solidarität, Bildung, Ausbildung und Arbeit, eine intakte Umwelt und Gesundheit, eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung im Sozialismus - das waren die Themen auf den vielfältigen Schildern, Transparenten und Plakaten. Und die Themen der kurzen Redebeiträge der Auftakt-, Zwischen und Abschlusskundgebung.

Aktuell im Zentrum stand die Solidarität gegen die immer unverfrorenere Abschiebepolitik der Bundesregierung. Jubel und Stolz herrschte über die in dieser Woche erkämpfte Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan. Viele der Anwesenden, darunter der Jugendverband REBELL, haben großen Anteil an der Protestbewegung. Mit Hallo wurden die Nürnberger Rebellen begrüßt. Lisa Gärtner von der MLPD gratulierte ihnen unter großem Jubel. Sie berichteten aus erster Hand von den Ereignissen diese Woche, als in Nürnberg ein afghanischer Jugendlicher aus dem Unterricht in der Berufsschule heraus verhaftet wurde, um abgeschoben zu werden. Seine Mitschüler stellten sich dem mit Mut entschieden entgegen und blockierten die Abfahrt der Polizeifahrzeuge. Es folgte ein brutaler Polizeieinsatz. Empörung brandete auf, als bekannt wurde, dass immer noch einer der protestierenden Schüler in Haft ist.

Die Vielfalt des Pfingstjugendtreffens spiegelte sich auch bei den Rednern aus vielen Ländern und Spektren wieder: Über die maroden Schulen in Münster berichtete empört José, Vertreter der dortigen Bezirksschülervertretung: "Seit Jahren hab ich in der Aula unserer Schule Angst, dass uns buchstäblich die Decke auf den Kopf fällt." Leon und Elsa, Rebellen aus Gelsenkirchen, erzählten vom Kampf gegen die drohende Abschiebung von acht ihrer Mitglieder. Lisa Gärtner sprach über die notwendigen revolutionären Veränderungen: "Die Klasse der Trumps und Winterkorns muss abtreten. Der Sozialismus ist der wissenschaftlich fundierte Weg zum alten Menschheitstraum von einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft."
Weiter sprachen Christian Link, Bergmann und Umweltschützer, Katharina und Markus, beide Betriebsräte von thyssenkrupp aus Duisburg, Genossen der Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz, philippinische Freunde der NDFP, Vertreter des niederländischen Jugendverbands JES und Kenji vom Jugendverband Anakbayan Europe, ein Revolutionär aus Lateinamerika, Deepa und Shamla für den Frauenverband Courage, Waltraud und Axel von der Hilfsorganisation Solidarität International, Rezaiee und Hussein für die Flüchtlingshilfe Aufschrei Afghanistan, Christian Lenz für das Linke Forum Radevormwald, Jonas von den Falken aus Lingen und Apochil von der kurdischen Organisation Ciwanen Azad. Julia, Vertreterin von AKAB aus Bonn, lud engagiert zum Protestcamp gegen den Weltklimagipfel im Herbst in Bonn ein. 

Anschließend demonstrierten alle eine Stunde lang durch die belebte Essener Innenstadt. Auf dem Demozug zu sehen waren auch Fahnen der Umweltgewerkschaft, der IG Metall oder von ver.di. Stark vertreten die Neue Demokratische Jugend (YDG). Die Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses forderte auf einem Transparent: "Festanstellung für alle Leiharbeiter!" Die Rojava-Solidarität war präsent, ebenso Montagsdemonstranten verschiedener Städte, Kommunalwahlbündnisse aus dem Ruhrgebiet. Mit Sonderbahnen der Verkehrsgesellschaft EVAG ging es dann nach Gelsenkirchen zur Trabrennbahn, wo um 14 Uhr das Pfingstjugendtreffen eröffnet wurde.


Ausschnitt drei Betroffene aus Albanien






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